Dritter Vortrag
Aber diese ältere Menschheit war auch in ihrer ganzen menschheitlichen Konstitution anders beschaffen als die spätere oder gar als die Menschheit unserer Zeit. Die Menschheit unserer Zeit trägt in sich im Wachzustande das Ich und den astralischen Leib so unvermerkt im physischen Leibe, daß die meisten Menschen ja eigentlich es nicht bemerken, wie dieser physische Leib, als eine viel bedeutungsvollere Organisation als er selbst ist, den astralischen Leib und die Ich-Organisation in sich trägt neben dem Ätherleib. Sie kennen ja diese Zusammenhänge. Eine ältere Menschheit aber empfand den Tatbestand des eigenen Seins ganz anders. Und zu einer solchen Menschheit kehren wir noch zurück, wenn wir in die frühere dritte nachatlantische Kulturperiode, in die ägyptisch-chaldäische, zurückkehren. Da erlebte sich der Mensch als Geist und Seele im hohen Maße noch außerhalb seines physischen und Ätherleibes, auch wenn er wach war. Er wußte zu unterscheiden: Das habe ich an mir als meinen Geist und meine Seele - Ich und astralischen Leib nennen wir es-, und das ist verbunden mit meinem physischen und meinem Ätherleibe. Der Mensch ging als diese Zweiheit durch die Welt. Er nannte seinen physischen Leib und seinen Ätherleib nicht Ich, sondern er nannte Ich zunächst nur seinen Geist und seine Seele, dasjenige, was geistig war und was nach unten in einer gewissen Weise in Zusammenhang, aber in einem für ihn merkbaren Zusammenhang mit dem physischen und mit dem Ätherleib war. Und in diesem Geist-Seelischen, in diesem Ich und astralischen Leib empfand der Mensch das Hereindringen der göttlich-geistigen Hierarchien, so wie der Mensch heute das Hereindringen der Natursubstanzen in seinen physischen Leib empfindet.
Cite:
GA 233/1923-12-26/p007 · edition original