Fünfter Vortrag

GA 233/1923-12-28/p006 ·1923-12-28 · original (original)
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Sehen Sie, heute fühlt der Mensch, wenn irgendwo in einem Raume Kohlensäure ist, die durch die Atmung der Menschen entstanden ist: Diese Kohlensäure habe ich mit ausgeatmet. — Das fühlt der Mensch, daß er in den Raum die Kohlensäure hineingeatmet hat. Der Mensch ist ja heute, ich möchte sagen, nur noch in einem geringen Zusammenhange mit dem Kosmos. In dem luftigen Teile seines Wesens, in der Luft, die der Atmung und den sonstigen Luftprozessen, die im Organismus vor sich gehen, zugrunde liegt, da ist der Mensch ganz im lebendigen Zusammenhange mit der großen Welt, mit dem Makrokosmos. Er kann hinschauen auf die ausgeatmete Atemluft, auf die Kohlensäure, die in ihm war und die jetzt draußen ist. Aber so, wie der Mensch heute - er tut es ja nicht, aber er könnte es - hinschaut auf die ausgeatmete Kohlensäure, so schaute der Mensch, der in den orientalischen Mysterien entweder eingeweiht war oder aufgenommen hatte die Weisheit, die aus den orientalischen Mysterien nach außen geströmt ist, die ganze Pflanzenwelt an. Er sagte sich: Ich schaue zurück in der Weltenentwickelung auf eine alte Sonnenzeit. Da habe ich die Pflanzen noch in mir getragen. Und dann habe ich sie herausströmen lassen in die weiten Kreise des Erdenseins. Aber als ich die Pflanzen noch in mir trug, als ich noch jener Adam Kadmon war, der die ganze Erde umfaßte und die Pflanzenwelt mit, da war diese ganze Pflanzenwelt noch etwas Wässerig-Luftiges.

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Cite: GA 233/1923-12-28/p006 · edition original