Fünfter Vortrag

GA 233/1923-12-28/p031 ·1923-12-28 · original (original)
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Man kann nicht die geschichtliche Entwickelung der abendländischen Menschheit verstehen, wenn man diesen Hintergrund nicht hat. Denn bald nachdem dies geschehen war, nachdem hier versucht worden war, das uralt ehrwürdige Ephesus auf breitem Raum auszubreiten, wurde im Grunde genommen in Alexandrien in Ägypten, wenn auch in matten Schriftzeichen, dasjenige bewahrt, was in leuchtenden weiten Lettern einmal vorhanden war in Ephesus. Und nachdem geblüht hat diese Nachblüte von Ephesus, machte sich ja geltend weiter im Westen drüben das Römertum, das nun eine ganz andere Welt ist, das nichts mehr zu tun hat mit den griechischen Schattenbildern, sondern das im menschlichen Wesen eben nur die Erinnerungen an diese alten Zeiten zurückbehält. Daher ist der wichtigste Einschnitt, der in der Geschichte studiert werden kann, der, als nach dem Brande von Ephesus begründet werden soll durch Alexander ein geistiges Ephesus, das dann zurückgeschoben wird von demjenigen, was sich weiter im Westen geltend macht, zuerst als Römertum, dann als Christentum und so weiter. Und man versteht die Entwickelung der Menschheit nur, wenn man sich sagt: So wie wir sind, mit unserer Art, mit dem Verstand aufzufassen, mit unserer Art, aus dem Willen heraus zu wirken, mit unserer Gemütsstimmung, so können wir zurückschauen in das alte Rom. Da versteht man alles. Aber man kann nicht zurückschauen nach Griechenland, nicht nach dem Oriente. Da muß man in Imaginationen schauen, dazu ist geistiges Schauen notwendig.

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