Erster Vortrag
Damit verliert der Herbst die Möglichkeit, Zeit zu sein für das Auferstehungsfest. Der Herbst verliert die Möglichkeit, aus der Naturvergänglichkeit heraus gerade den Sinn hinzuweisen auf die Geist-Ewigkeit. Man braucht die Anlehnung an das Materielle. Man braucht die Anlehnung an das, was nicht stirbt in der Natur, was in der Natur aufsprießt, was in der Natur als die Samenkraft, die im Herbste in die Erde versenkt wird, aufersteht. Man nimmt das Materielle als ein Symbolum für das Geistige, weil man sich durch das Materielle nicht mehr anregen lassen kann, das Geistige in seiner Wirklichkeit zu empfinden. Der Herbst hat nicht mehr die Kraft, gegenüber dem Vergänglichen im Naturhaften die Unvergänglichkeit des Geistigen durch die innere Macht der Menschenseele zu offenbaren. Man braucht die Anlehnung an die äußere Natur, an die äußere Auferstehung. Man will sehen, wie die Pflanzen sprießen aus der Erde, wie die Sonne an Kraft gewinnt, wie das Licht und die Wärme wiederum an Kraft gewinnen. Man braucht die Auferstehung in der Natur, um den Auferstehungsgedanken zu feiern.
Cite:
GA 233a/1924-04-19/p036 · edition original