Fünfter Vortrag
Nun, sehen Sie, man kann aber doch sagen: Wenn man den seelisch-geistig geschärften Blick hinauswendet in den Kosmos, bekommt man schon die Auffassung des Ätherischen und man bekommt auch den Eindruck: das Ätherische ist dasjenige, was macht, daß wir von der Erde wegstreben; während wir durch die Schwere der Erde mit der Erde zusammengehalten werden, streben wir durch das Ätherische weg. Im Wegstrebenden ist eigentlich das Ätherische tätig. Sie brauchen dabei nur folgendes zu denken: das menschliche Gehirn ist ungefähr 1500 Gramm schwer. Eine Masse, die 1500 Gramm schwer ist, die auf die feinen Blutgefäße drücken würde, die unter dem Gehirn sind, würde diese ganz zerquetschen. Würde unser Gehirn wirklich seine 1500 Gramm Schwere haben im lebenden Menschen, könnten wir natürlich nicht die Blutgefäße, die unter dem Gehirn sind, haben. Aber innerhalb des lebenden Menschen wiegt ja das Gehirn höchstens 20 Gramm. Soviel wird, weil das Gehirn im Gehirnwasser schwimmt und um das Gewicht des verdrängten Wassers leichter wird, das Gehirn leichter, ungeheuer viel leichter; so wirkt das Gehirn eigentlich wegstrebend vom Menschen. Und in diesem Wegstreben wirkt das Ätherische. So daß man sagen kann: gerade am Gehirn veranschaulicht sich das, was da vorliegt, außerordentlich stark.
Cite:
GA 234/1924-02-02/p010 · edition original