Siebenter Vortrag

GA 234/1924-02-08/p023 ·1924-02-08 · original (original)
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Es ist allerdings manches von dem, was ich da sage, in einer verzerrten, karikierten Weise den Psychoanalytikern aufgegangen, aber sie können nicht hineinschauen in das eigentliche Weben und Wesen der Menschennatur, daher verzerren sie eben alles, machen es zu Karikaturen. Aber Sie sehen ja aus der Betrachtung, die ich heute ganz äußerlich anstelle, daß man, wenn man diese Dinge überhaupt anfassen will, vordringen muß bis zu einer sehr feinen Seelenerkenntnis. Ohne diese kann man über die Beziehungen des Traumlebens zur äußeren Wirklichkeit, die der Mensch darlebt, eben nichts wissen. Daher habe ich einmal gesagt: Psychoanalyse ist Dilettantismus, weil sie nichts weiß von dem äußeren Leben des Menschen. Aber sie ist auch noch Dilettantismus, weil sie nichts weiß von dem inneren Leben des Menschen. Und diese zwei Dilettantismen addieren sich nicht bloß, sondern sie multiplizieren sich, weil man durch das Nichtkennen des inneren Lebens das Äußerliche verdirbt, und durch das Nichtkennen des Äußerlichen alles Innerliche verdirbt. Wenn man d mit d multipliziert, so bekommt man Dilettantismus im Quadrat. So daß die Psychoanalyse der Dilettantismus im Quadrat ist: d x d = d².

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Cite: GA 234/1924-02-08/p023 · edition original