Achter Vortrag

GA 234/1924-02-09/p004 ·1924-02-09 · original (original)
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Dieser Verlauf, ich kann nur immer sagen, diese Dramatik des Traumes fängt an einen vorzugsweise zu interessieren, also gerade das, was oftmals das gewöhnliche Bewußtsein nicht interessiert. Man sieht hinter die Kulissen des Traumes. Und wenn man so hinter die Kulissen des Traumes sieht, da wird man aufmerksam darauf, daß man im Traume etwas vor sich hat, was sich zu dem geistigen Menschenwesen in einer ganz bestimmten Weise verhält. Man sagt sich: Der Traum ist wirklich das Menschenwesen in geistiger Beziehung, so wie der Keim einer Pflanze diese Pflanze ist. Man lernt im Trauminhalte, in dieser Traumdramatik vor allen Dingen keimhaft den geistigen Menschen schauen. Und man lernt erfassen in diesem keimhaften Menschen dasjenige, was eigentlich fremd ist in dem gegenwärtigen Leben; fremd ist wie der Pflanzenkeim, den man im Herbst in einem bestimmten Jahre der Pflanze entnimmt, fremd ist dem Pflanzenwachstum dieses Jahres und erst einheimisch wird im Pflanzenwachstum des nächsten Jahres. Und gerade diese Betrachtung des Traumes gibt für das imaginative Bewußtsein die stärksten Eindrücke, weil man in dem träumenden eigenen Wesen immer mehr und mehr verspürt, wie man da etwas in sich trägt, was in das nächste Erdenleben hinübergeht, was sich auswächst zwischen dem Tode und einer neuen Geburt und in das nächste Erdenleben hinüberwächst. Man lernt empfinden den Keim des nächsten Erdenlebens in dem Traum. Das ist außerordentlich wichtig und wird noch erhärtet, wenn man nun dieses besondere Erlebnis, das ein starkes Empfindungserlebnis ist, vergleicht mit jener Anschauung, die man von dem physischen Menschen haben kann, wie er vor einem steht mit seinen einzelnen Organen. Der verändert sich auch vor dem imaginativen Bewußtsein so, daß man nun ein Gefühl bekommt, das ähnlich ist demjenigen, das man hat, wenn die Pflanze, die man als grüne, frische, blühende Pflanze kennengelernt hat, zu verwelken beginnt. Man sagt vor dem imaginativen Bewußtsein, wenn man sich diese Lunge, diese Leber, diesen Magen, namentlich dieses Gehirn des Menschen betrachtet als physische Organe: das ist ja in bezug auf das Geistige etwas Verwelkendes.

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Cite: GA 234/1924-02-09/p004 · edition original