Achter Vortrag

GA 234/1924-02-09/p018 ·1924-02-09 · original (original)
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Es ist wirklich so, wenn man das, was man im gewöhnlichen Bewußtsein als Erinnerung in sich trägt, als eine Wirklichkeit auffaßt, wie wenn man bei einem Baum einen Querschnitt macht und das, was man da Tafel 11 drinnen sieht, diesen einen Querschnitt für die Wirklichkeit des Baumstammes hält. Dieser eine Querschnitt ist eigentlich ein Nichts. Es ist ja nur ein Bild, das sich da ergibt, der Baumstamm ist oberhalb und unterhalb des Querschnittes. Und so ist es wirklich, wenn man imaginierend die Erinnerungen erfaßt. Da merkt man die ganze Nichtigkeit der einzelnen Erinnerungsgehalte; da wird das Ganze ausgedehnt bis eben nahe zu der Geburt hin, und sogar unter Umständen weiter über die Geburt hinaus. Da wird alles Vergangene gegenwärtig. Es ist da; es zeigt sich zwar perspektivisch entfernt, aber es ist da.

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