Achter Vortrag

GA 234/1924-02-09/p020 ·1924-02-09 · original (original)
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Nun handelt es sich darum aber, weiterzuschreiten mit der imaginativen Erkenntnis. Wenn man nun weiterschreitet mit der imaginativen Erkenntnis, dann bereichert sich das Leben in einer gewissen Weise; dann faßt man das natürlich auch in entsprechender Weise auf, was man sonst eben anders auffaßte. Sagen wir zum Beispiel, man faßt auf das Verhalten, das man anderen Menschen gegenüber hat, das Benehmen anderen Menschen gegenüber. Man faßt auf die Absichten, die man hatte bei diesem Benehmen, die Handlungen, die man ausgeführt hat, die Art und Weise, wie man zu den Menschen gewesen ist. Darüber mag man im gewöhnlichen Leben mehr oder weniger im einzelnen Falle nachdenken, je nachdem man mehr oder weniger gedankenlos ist; aber jetzt ist es eben da. Man hat eine Vorstellung von der Art seines eigenen Verhaltens. Aber was man da auffaßt, ist dennoch eigentlich nur ein Teil der Sache. Nehmen wir einmal an, man erweise einem anderen Menschen eine Guttat oder eine böse Tat. Man wird Erfolge sehen aus der guten Tat, die Zufriedenheit des anderen Menschen, das Befriedigtsein, vielleicht auch wird er in dieser oder jener Hinsicht gefördert sein. Man wird also jene Folgen einer solchen Handlungsweise sehen, die in der physischen Welt eintreten können. Hat man eine böse Tat ausgeführt, wird man sehen können, wie man den Menschen geschädigt hat, wie der Mensch unbefriedigt geworden ist, wie er sogar vielleicht physisch Leid davongetragen hat und so weiter. Das alles wird, wenn man nicht davor flieht, wenn es einem nicht unangenehm ist, die Folgen seiner Taten bei dem anderen Menschen zu beobachten, das alles wird man innerhalb des physischen Lebens beobachten können. Aber das ist nur eine Seite der Sache. Jede Handlung, die wir begehen Menschen gegenüber, ja auch Handlungen, die wir begehen den anderen Naturreichen gegenüber, hat noch eine andere Seite. Nehmen wir einmal an, Sie erweisen einem Menschen eine Guttat. Diese Guttat, sie hat in den geistigen Welten ein Dasein, eine gewisse Bedeutung. Sie wärmt gewissermaßen in den geistigen Welten; sie ist wie der Ausgangspunkt von geistigen Wärmestrahlungen. Seelenwärme in der geistigen Welt strömt aus von einer guten Tat, die man einem anderen Menschen erweist. Seelenkälte strömt aus von einer bösen Tat, die man einem anderen Menschen erweist. Und so ist es wirklich, als ob man Seelenwärme und Seelenkälte hineintrüge in die geistige Welt nach der Art, wie man sich zu anderen Menschen verhält. Andere Handlungen des Menschen wiederum sind so, als ob sie nach der einen oder anderen Richtung wie hell leuchtende Strahlen wirkten in der geistigen Welt; andere wirken verfinsternd in der geistigen Welt; kurz, man kann sagen, man erlebt von dem, was man vollbringt im Leben auf Erden, eigentlich nur die Hälfte.

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Cite: GA 234/1924-02-09/p020 · edition original