Achter Vortrag
Geht man nun an das imaginative Bewußtsein heran, dann schwindet eigentlich vor diesem imaginativen Bewußtsein dasjenige, was das andere Bewußtsein ja ohnehin schon weiß. Ob ein Mensch gefördert oder geschädigt wird, das ist Sache des gewöhnlichen Bewußtseins, es einzusehen; aber das, was eine Handlung, sei sie gut, sei sie böse, sei sie weise, sei sie törichter Art, in der geistigen Welt wirkt an Seelenwärme, an Seelenkälte, an Seelenleuchte, an Seelenverfinsterung und so weiter — es ist eine große Mannigfaltigkeit da -, das steigt auf vor dem imaginativen Bewußtsein, das beginnt da zu sein. Und man sagt sich: Deshalb, weil du das nicht gewußt hast, als du dein gewöhnliches Bewußtsein wirken ließest in deinen Handlungen, deshalb war es nicht etwa nicht da. Man sagt sich, laß dir nur ja nicht einfallen, daß dasjenige, was du nicht gewußt hast bei deinem Handeln: daß es Quellen von Seelenstrahlungen leuchtender und wärmender Art sind, daß dadurch, daß du das nicht gesehen hast, nicht erlebt hast, daß es etwa nicht da sei. Laß dir das ja nicht einfallen. Du hast es durchlebt, aber in deinem Unterbewußtsein. Du bist durch das alles durchgegangen. So wie deine Augen, deine Seelenaugen des höheren Bewußtseins es jetzt sehen: hast du bei einer Wohltat, die du einem anderen erwiesest, einen gefördert, hast du bei einer bösen Tat einen geschädigt, so erlebte dein Unterbewußtsein ganz parallel gehend dabei, was die Tat in der geistigen Welt bedeutete.
Cite:
GA 234/1924-02-09/p021 · edition original