Achter Vortrag

GA 234/1924-02-09/p024 ·1924-02-09 · original (original)
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Das ist es ja, was als Ernst über demjenigen lagern wird, der tiefer durchschauend in das Leben hineinsieht: daß er im Grunde genommen während des Erdenlebens von diesem Leben vieles nicht erfüllen kann, daß er gewissermaßen einen Schuldschein ausstellen muß auf die Zukunft, daß er sagen muß: Das Leben stellt Aufgaben für das Erleben, die man in diesem Erdenleben gar nicht absolvieren kann. Man muß sie dem Weltenall schuldig bleiben und sagen: Ich werde das erst durchleben können, wenn ich durch den Tod gegangen bin. Es ist dies eine starke, wenn auch oftmals recht tragische Bereicherung des Lebens, die die Initiationsweisheit gibt, daß man das unvermeidliche Schuldigwerden gegenüber dem Leben empfindet und die Notwendigkeit einsieht, einen Schuldschein gegenüber den Göttern auszustellen, zu sagen: Das kann ich erst erleben, wenn ich gestorben bin; dann kann ich erst eintreten in ein solches Erleben, wie ich es dem Weltenall schuldig geworden bin.

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