Neunter Vortrag

GA 235/1924-03-15/p005 ·1924-03-15 · original (original)
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Wie wirkt denn eigentlich das Schicksal? Das Schicksal wirkt ja so, daß es aus der ganzen Einheit des Menschen heraus wirkt. Was der Mensch sich aufsucht im Leben aus einem Karmadrang heraus, was sich dann schicksalsmäßig gestaltet, das liegt ja daran, daß die Kräfte des Schicksals, die von Leben zu Leben gehen, die Blutzusammensetzung in ihrer Feinheit bewirken und bedingen, daß sie die Nerventätigkeit innerlich regeln, daß sie aber auch die seelisch-instinktive Empfänglichkeit für dies oder jenes anregen. Und man dringt nicht leicht in das Innere von schicksalsmäßigen, karmischen Zusammenhängen ein, wenn man nicht — natürlich immer vom seelischen Auge ist dabei gesprochen - Interesse hat für die einzelnen Lebensäußerungen eines Menschen. Wirklich, für die karmische Betrachtung ist es geradeso wichtig, Interesse zu haben für eine Handbewegung wie für eine geniale geistige Begabung. Es ist ebenso von Wichtigkeit, beobachten zu können — natürlich auch von der geistigen Seite her, nach astralischem Leib und Ich -, wie ein Mensch sich niedersetzt, wie beobachten zu können, sagen wir, wie er seinen moralischen Verpflichtungen nachkommt. Es ist ebenso wichtig, ob ein Mensch gerne die Stirne runzelt oder leicht die Stirne runzelt, wie es wichtig ist, ob er fromm oder unfromm ist. Es ist eben vieles von dem, was einem im gewöhnlichen Leben unwesentlich erscheint, außerordentlich wichtig, wenn man das Schicksal zu betrachten beginnt, wie es sich von Erdenleben zu Erdenleben hinwebt, und manches von dem, was einem als ganz besonders wichtig erscheint bei diesem oder jenem Menschen, das wird von einer geringeren Bedeutung.

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Cite: GA 235/1924-03-15/p005 · edition original