Elfter Vortrag
So wuchs er denn heran, eigentlich immer in der großen Welt lebend — wie gesagt, ich will nicht eine Biographie geben, sondern nur einzelne charakteristische Züge anführen, die dann morgen auf eine wesentliche Betrachtung führen können -, und er bekam einen besonders lebendigen Eindruck von dem, was sich ihm als inneres Verhältnis zur Welt aus seiner Wesenheit heraus ergeben konnte, als er einmal, schon ziemlich herangereift, von seinem Vater an Land geführt worden ist, und zwar gerade in Rom, wo er dann von Rom aus Italien betrachtet hat. Es muß da etwas Besonderes gerade bei dieser Betrachtung Italiens von Rom aus durch seine Seele gezogen sein. Er hat ja, wenn er so mit seinen Schiffern durch das Meer gefahren ist, von den Leuten, die zumeist sehr regsam waren, aber gerade ein bestimmtes Interesse nicht hatten, die nämlich schlafend waren für die Zeitverhältnisse, manchmal wohl einen Eindruck empfangen, der ihn zur Verzweiflung bringen konnte, weil die Leute keinen Enthusiasmus hatten für echtes Menschentum, das insbesondere in ihm in einer gemütvoll genialen Weise eigentlich frühzeitig zur Geltung gekommen ist.
Cite:
GA 235/1924-03-22/p011 · edition original