Elfter Vortrag

GA 235/1924-03-22/p014 ·1924-03-22 · original (original)
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Nun, es war ihm aber nicht gegönnt - und das ist sehr charakteristisch, weil schon damals durchaus sein Enthusiasmus vorhanden war -, es war ihm nicht gegönnt, da schon etwa in die Verhältnisse Italiens oder Europas einzugreifen, sondern es war ihm vom Schicksal auferlegt, zunächst nach Amerika zu gehen und in Amerika an allerlei Freiheitsbewegungen teilzunehmen, bis gegen das Jahr 1848 hin. Aber er blieb immer ein ganz merk würdiger, mit ganz besonderen individuellen Eigenschaften ausgestatteter Mensch. Ist schon das, was ich eben erwähnt habe, ein doch recht singulärer Zug in seinem Leben, daß er seinen Namen zuerst in der Zeitung findet bei Bekanntmachung seines eigenen Todesurteils, so hat er noch eine, man kann schon sagen individuelle biographische Tatsache erlebt, etwas, was auch den wenigsten Menschen passiert. Er hat nämlich die weibliche Persönlichkeit, mit der er dann das Glück seines Lebens durch viele Jahre hindurch begründet hat, auf einem ganz eigentümlichen Wege kennengelernt, nämlich von weit draußen auf dem Meere, wo er auf dem Schiffe war, durch ein Fernglas ans Land hin. Das ist auch eine nicht gerade bei den meisten Menschen vorkommende Art, sich zu verlieben: durch ein Fernglas.

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Cite: GA 235/1924-03-22/p014 · edition original