Elfter Vortrag

GA 235/1924-03-22/p021 ·1924-03-22 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

So war es eigentlich im Grunde genommen auf Schritt und Tritt. Bei einem der Züge, mehr in Mittelitalien, hat eigentlich Garibaldi alles geleistet. Die königlichen Feldherrn mit dem König sind - ich weiß nicht, man sagt in solchen Fällen, um es glimpflich auszudrücken zu spät gekommen: es war schon durch Garibaldi alles fertiggemacht. Aber als das Heer mit den viele Orden tragenden Feldherrn erschien und begegnete dem Garibaldi-Heer, das keine Orden trug, das auch ziemlich anspruchslos sonst in der Kleidung war, da erklärten die Feldherrn: Ja, man kann doch nicht mit denen zusammen etwa reiten, das läßt sich doch nicht machen, das kann nicht sein. Aber Viktor Emanuel hatte, wie gesagt, einen gewissen Instinkt. Er rief Garibaldi an seine Seite, und die Feldherrn, die lange Nasen machten, mußten sich nun zunächst mischen unter diejenigen, die als Garibaldi-Heer sich anreihten. Diesen Feldherrn scheint entsetzlich schlecht geworden zu sein, sie scheinen Magenkrämpfe gekriegt zu haben. Und dann ging es schon nicht anders: Als dann der Einzug in eine Stadt geschehen sollte, mußte Garibaldi, der eigentlich alles gemacht hatte, als Nachhut ganz hinten sich anschließen. Sie mußten die anderen voranmarschieren lassen. Es ist ein Fall, wo die Leute tatsächlich gar nichts getan hatten, aber sie zogen zuerst ein, und dann Garibaldi mit seinen Garibaldianern.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/235/1924-03-22/p021.json
Cite: GA 235/1924-03-22/p021 · edition original