Zwölfter Vortrag
Nehmen wir nur einmal die paar Züge, über die Sie gestern sich zuweilen sogar ergötzt haben, die ich angeführt habe, das Bekanntschaftmachen durch das Fernglas mit einer Lebensgefährtin für viele Jahre, das Bekanntwerden mit dem Todesurteil durch den zum ersten Mal gedruckten Namen. Auch etwas anderes Frappierendes ist bei Garibaldi noch da: Die Lebensgefährtin, die er auf die geschilderte Weise gefunden hat, und die in einer so heldenhaften Weise, wie ich es gestern geschildert habe, an seiner Seite gestanden hat, sie war eben seine Lebensgefährtin viele Jahre hindurch. Also durch das Fernglas konnte er etwas sehr Gutes sehen. Später starb sie ihm weg, und er hat sich ja ein zweites Mal verheiratet, diesmal nicht durch ein Fernglas, denn solch eine Sache macht man ja, selbst wenn man Garibaldi ist, wohl nur einmal im Leben, aber diesmal auf eine ganz gewöhnlich bürgerliche Art, so wie es eben, nicht wahr, unter guten Bürgern zugeht. Aber da dauerte die Ehe nur einen Tag für Garibaldi! Also Sie sehen, es gibt auch noch dieses zweite Frappierende an dem Verhältnis Garibaldis zu den gewöhnlichen bürgerlichen Verhältnissen in dieser Welt.
Cite:
GA 235/1924-03-23/p006 · edition original