{"corpus":"steiner","locus":"GA 236/1924-05-30/p038","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Den neuzeitlichen, modernen Menschen ist ja diese Feinheit, Zartheit der Empfindung vielfach verlorengegangen. Sie empfinden grob. Aber nehmen Sie einmal an, der Mensch läßt sich in einer zarteren Empfindung darauf ein, innerlich sein Verhältnis zu überschauen, das er zu einem Menschen gehabt hat, der in der Jugend ihm Vorbild, Lehrer oder irgend etwas war. Es ist ja nicht ausschließlich so, daß die Menschen auf solche, die ihre Lehrer waren, nur so zurückblicken müssen, daß sie sie eigentlich verachten, sondern es gibt ja auch durchaus die Möglichkeit und die Fälle, wo die Menschen mit einer gewissen inneren Befriedigung zurückblicken auf solche, die ihre Erzieher, ihre Vorbilder waren. Da kann sich dann dieses Zurückblicken im intimen inneren Erleben in einer gewissen Weise vertiefen. Man kann finden, wie man zum Beispiel zwischen dem siebenten und vierzehnten Jahre empfand: Das, was diese verehrte Lehrerautorität machte, das müsse man auch machen, man könne gar nicht anders, als das auch machen. Oder man fühlt, wenn diese verehrte Lehrerindividualität etwas lehrt, etwas sagt, als ob man das schon gehört hätte, als ob das nur Wiederholung wäre. Das gehört sogar zu den schönsten Errungenschaften des Lebens, wenn man auf so etwas hinsehen kann wie auf eine Wiederholung. Und dann kommt man darauf: Da muß ja etwas zugrunde liegen. Und da kann man schon mit dem gesunden Menschenverstand sagen: In diesem Leben kann natürlich da nichts zugrunde liegen. Da wird man durch den gesunden Menschenverstand auf frühere Erdenleben verwiesen. So werden auch viele Menschen durch ihren gesunden Menschenverstand auf frühere Erdenleben verwiesen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Dreizehnter Vortrag","site_heading":null,"date":"1924-05-30","location":null,"word_count":253,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/236/1924-05-30/p038","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/236/1924-05-30/p038"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/236/1924-05-30/p038","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}