Fünfzehnter Vortrag
Nun kann man dasjenige, was da in der Seele eintreten soll, dadurch in sich besonders heranerziehen, daß man, ich möchte sagen, eine gewisse Liebe gewinnt für tagebuchartige Aufzeichnungen der Menschen. Tagebuchartige Aufzeichnungen können zwar sehr philiströs geschrieben sein, aber wenn sie nicht gedankenlos geschrieben oder gelesen werden, wird derjenige, der nicht selbst ein Philister ist, in der tagebuchartigen Aufzeichnung selbst eines Philisters beim Übergang von einem Tag zu dem anderen Empfindungen haben, die schon heranreichen zu dem Erfühlen des Karma, der schicksalsmäßigen Zusammenhänge.
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GA 236/1924-06-22/p014 · edition original