{"corpus":"steiner","locus":"GA 236/1924-06-22/p036","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Es ist nämlich so, daß in dem Momente, wo der Mensch eingeschlafen ist, auch nur für den kürzesten Schlaf, der ganze Schlaf eine Einheit ist, und der astralische Leib ist ein unbewußter Prophet, überschaut den ganzen Schlaf bis zum Aufwachen hin, natürlich perspektivisch. Es können eben die weiteren Dinge undeutlich sein, wie wenn einer kurzsichtig ist und in eine Allee hineinschaut, da sieht er die letzten Bäume nicht. So kann auch der astralische Leib im Unbewußten — bildlich gesprochen - kurzsichtig sein. Er sieht nicht bis dahin, wo die ersten individuellen Erdenleben auftreten. Das sind spezielle Dinge. Aber im ganzen und großen ist die Sache so, daß wir beim kürzesten Schläfchen mit ungeheurer, rasender Schnelligkeit alle unsere Erdenleben durchlaufen. Das ist etwas außerordentlich Bedeutsames. Natürlich wird die Sache sehr, sehr undeutlich; aber wenn jemand während eines Vortrages einschläft, hat ja der Vortragende — oder diejenigen, die es mit anschauen — die Sache vor sich. Bedenken Sie, die ganze Erdenentwickelung mit alldem, was in dem vorangegangenen Leben der Betreffende durchgemacht hat, das hat er vor sich. Nur weil es dann mit rasender Schnelligkeit geht, wenn während eines Vortrages eingenickt wird, ist es undeutlich, spielt eben rasch eins in das andere hinein, aber es ist dennoch so, daß es da ist. Daraus ersehen Sie aber, daß Karma eigentlich fortwährend dasteht. Es ist da. Es ist gewissermaßen in der Weltenchronik niedergeschrieben. Und der Mensch hat bei jedem Schlaf Gelegenheit, an dieses Karma heranzutreten. Das ist eines der großen Geheimnisse des Daseins.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Fünfzehnter Vortrag","site_heading":null,"date":"1924-06-22","location":null,"word_count":248,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/236/1924-06-22/p036","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/236/1924-06-22/p036"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/236/1924-06-22/p036","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"other_renderings":{"loci":[{"locus":"GA 260a/1924-06-22","ga":"260a","lecture":"1924-06-22","kind":"reprint","relation":"the same text served under another volume (a reprint or another edition)"}],"note":"The same lecture is also served at the loci listed, each with how it relates to this one. They are ONE witness, not independent attestations: quote the rendering you fetched, and do not cite another as corroborating it. Wording differs between translations, so a quotation found in one need not occur in the other."}}