Zweiter Vortrag
Nun wird es sich uns aber heute viel mehr darum handeln, wie dieser Instinkt sich vorbereitet, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes geht. Hier im Erdenleben ist das karmische Erleben eben instinktiv, es spielt sich sozusagen unter der Oberfläche des Bewußtseins ab. In dem Augenblicke, wo wir durch die Pforte des Todes gegangen sind, wird alles das, was wir zunächst auf Erden erlebt haben, während weniger Tage ja objektiv bewußt; wir haben es vor uns in sich immer vergrößernden Bildern. Da geht mit dem, was wir da überschauen, auch dasjenige mit, was sich instinktiv im karmischen Walten abgespielt hat. So daß also, wenn der Mensch durch die Pforte des Todes schreitet und das Leben, sich immer mehr vergrößernd (siehe Zeichnung, gelb) vor seinem Anblick sich abspielt, mit alledem auch dasjenige mitgeht, was ihm nur instinktiv, nicht bewußt war: das ganze karmische Gewebe (blau). Das sieht er nicht gleich in den nächsten Tagen nach dem Tode, aber er sieht allerdings das, was er sonst nur in der blassen Erinnerung überblickt, in lebendiger Gestaltung; er sieht zum Beispiel, daß da schon etwas anderes drinnen ist als die gewöhnliche Erinnerung. Wenn man dann mit dem Initiationsblick überschaut, was da der Mensch vor sich hat, so kann man folgendes ausführen.
Cite:
GA 237/1924-07-04/p008 · edition original