Zweiter Vortrag

GA 237/1924-07-04/p046 ·1924-07-04 · original (original)
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Es hat sich für mich darum gehandelt, ob ich bei der Neuauflage meiner Schriften, die geschrieben worden sind in den siebziger, achtziger, neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, dies oder jenes ändern sollte. Diejenigen, die einfache Philister der Gegenwart sind, sagen: Alles hat sich erneut; die wissenschaftlichen Theorien und Hypothesen von dazumal sind ja längst abgetane Dinge. — Betrachtet man aber die Sache vom realen Standpunkte, so kann man nichts ändern. Denn eigentlich steht hinter jedem, der heute ein Buch schreibt, oder der von einer Lehrkanzel herunterspricht, einer dahinter im Schattenbilde: da sprechen noch immer die Du Bois-Reymonds, die Helmholtzens, die Haeckels, diejenigen, die eben in der damaligen Zeit gesprochen haben; in der Medizin die Oppolzer, Billroths und so weiter. Das ist etwas vom Geheimnis der Gegenwart. Deshalb sagt die Initiationswissenschaft: Niemals waren die Toten so mächtig wie in unserem Zeitalter.

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