Fünfter Vortrag
Dadurch, daß eine Etappe war im Untertauchen in den ätherischen und physischen Leib, dadurch schaute der Mensch während seines ganzen Wachseins nicht so in die Natur hinaus, daß er nur die nüchterne prosaische Sinneswelt sah, die der Mensch heute sieht und die er, wenn er sie sich ergänzen will, nur durch seine Phantasie ergänzen kann. Sondern er schaute hinaus, sagen wir in die Welt der Pflanzen, zum Beispiel auf ein blumiges Wiesengebiet so, als ob ein leiser, bläulich-rötlicher Wolkenschein —- namentlich dann, wenn die Sonne milder schien am Tag, wenn es nicht gerade Mittagszeit war —, wie wenn ein bläulich-rötlicher, mannigfaltig gewellter und gewolkter Schein, Nebelschein, sich ausbreitete über der blumigen Wiese. Was man etwa heute sieht, wenn leichter Nebel über der Wiese ist, was dann aber herrührt von dem verdunsteten Wasser, das sah man im Geistig-Astralischen dazumal. Und so sah man eigentlich jede Baumkrone gehüllt in eine solche Wolke, so sah man Saatfelder so, wie wenn rötlich-bläuliche Strahlungen, nebelhaft sprießend, aus dem Kosmos in den Erdboden sich heruntersenkten.
Cite:
GA 237/1924-07-11/p009 · edition original