Fünfter Vortrag
Was da empfunden wurde als geistiges Weben und Walten, was da gewissermaßen in sich wandelnden Geistgestalten über allem Pflanzlichen und um alles Tierische schwebte, das wurde so empfunden, daß der unbefangen fühlende Mensch diese Empfindung zusammenbrachte in die Worte: Das ist Unschuld des Naturdaseins. Ja, meine lieben Freunde, was da geistig zu schauen war, nannte man geradezu die Unschuld im Naturwalten, und man sprach von der unschuldigen Geistigkeit im Naturwalten. Dasjenige aber, was innerlich gefühlt wurde, wenn man aufwachte: daß man vom Einschlafen bis zum Aufwachen in einer Welt heller, tönender Geistigkeit war, das empfand man so, daß darinnen das Gute und das Böse walten kann, daß in ihm, wenn es so heraustönt aus den Tiefen des Geistigen, gute Geister und böse Geister sprechen, daß die guten Geister die Unschuld der Natur nur höher bringen wollen, sie bewahren wollen, daß die bösen Geister aber der Unschuld der Natur die Schuld beigeben. Und man empfand überall, wo solche Christen lebten, wie ich sie hier schildere, das Walten des Guten und das Walten des Bösen gerade durch den Umstand, daß im schlafenden Zustande beim Menschen das Ich nicht in sich hineinsog den astralischen Leib.
Cite:
GA 237/1924-07-11/p017 · edition original