{"corpus":"steiner","locus":"GA 237/1924-07-11/p018","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Es waren nicht alle diejenigen, die sich damals Christen nannten, oder irgendwie dem Christentum nahestanden, von dieser Seelenverfassung. Aber es war eine große Anzahl von Menschen, die in den südlichen und mittleren Gegenden Europas lebten, die sagten: Ja, mein Inneres, das sich da selbständig auslebt zwischen Einschlafen und Aufwachen, das gehört der Region einer guten und der Region einer bösen Welt an. Und viel, viel wurde nachgedacht und nachgesonnen über die Tiefe der Kräfte, die das Gute und Böse in der Menschenseele auslösen. Schwer wurde empfunden das Hineingestelltsein der Menschenseele in eine Welt, in der die guten und die bösen Mächte miteinander kämpfen. In den allerersten Jahrhunderten waren diese Empfindungen in den südlichen und mittleren Gegenden Europas noch nicht vorhanden, aber im 5., 6. Jahrhundert wurden sie immer häufiger; und namentlich unter denjenigen Menschen, die mehr Kunde erhielten vom Osten herüber — in der mannigfaltigsten Weise kam ja diese Kunde vom Osten herüber -, entstand diese Seelenstimmung. Und weil sich diese Seelenstimmung besonders stark in denjenigen Gegenden ausbreitete, für die sich der Name «Bulgarien» dann herausbildete - auf eine merkwürdige Weise blieb ja der Name auch, als später ganz andere Völkerschaften diese Gegenden bewohnten -, nannte man in späteren Jahrhunderten die längste Zeit hindurch in Europa Menschen, welche diese Seelenstimmung besonders stark ausgebildet hatten, Bulgaren. Bulgaren waren in den späteren christlichen Jahrhunderten der ersten Hälfte des Mittelalters für die West- und Mitteleuropäer Menschen, welche besonders stark berührt wurden von dem Gegensatze der guten und der bösen kosmisch-geistigen Mächte. Man findet den Namen Bulgaren in ganz Europa für solche Menschen, wie ich sie charakterisiert habe.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Fünfter Vortrag","site_heading":null,"date":"1924-07-11","location":null,"word_count":264,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/237/1924-07-11/p018","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/237/1924-07-11/p018"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/237/1924-07-11/p018","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}