{"corpus":"steiner","locus":"GA 237/1924-08-08/p004","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Sie alle haben ja bemerkt, meine lieben Freunde, wie das Karma des einzelnen Anthroposophen mannigfaltige Formen der Gestaltung in früheren Erdenleben und zwischen dem Tod und einer neuen Geburt durchgemacht hat, Und wir haben insbesondere in den beiden letzten Stunden schon Andeutungen machen können, welche Bedeutung das für das Karma des einzelnen Anthroposophen haben kann. Wir haben gesehen, daß dieses Karma des Anthroposophen zusammenhängt mit der ganzen Entwickelung, welche das Michael-Prinzip durch lange, lange Zeiträume durchgemacht hat. Wir haben gesehen, zunächst in mehr abstrakter Art, wie entfallen ist der Michael-Herrschaft dasjenige, was genannt werden konnte die Verwaltung der kosmischen Intelligenz. Es war ja durchaus so in älteren Zeiten, daß die Menschen, wie ich sagte, sich nicht selber zuschrieben das intelligente Wesen, sondern daß sie alles, was sie in intelligenten Formen äußerten, herleiteten aus der Inspiration höherer Mächte. Und die Kundigen auf diesem Gebiet wußten, daß es diejenigen höheren Mächte waren, die dann in christlicher Terminologie eben als die Michael-Mächte bezeichnet wurden. Nun habe ich Ihnen das 8. und 9. Jahrhundert als denjenigen Zeitpunkt in der Entwickelung der zivilisierten Menschheit bezeichnet, in welchem die kosmische Intelligenz allmählich sich herunterbewegt hat zur Erde, sich sozusagen in Tropfenformen gestaltet hat, die dann in den einzelnen menschlichen Seelen als die persönliche Intelligenz weiterlebten. Und ich habe Ihnen auch angedeutet, wie traditionell, aber auch aus einer gewissen Einsicht heraus — der Blick für die kosmische Intelligenz, also für die alte michaelische Verwaltung, geblieben ist. Wenn wir hinschauen auf die in vieler Beziehung ganz ausgezeichneten Gelehrten, die in Anlehnung an den Arabismus, in Anlehnung an das, was, von den Alexanderzügen ausgehend, in Asien als Aristotelismus gelebt hat, dann durchdrungen hat die Mystik des Orients und sie, ich möchte sagen, intelligent gemacht hat, wenn wir auf alles das hinschauen, was davon herübergetragen worden ist über Afrika nach Spanien und dort als maurische Weisheit gewirkt hat durch eine solche hervorragende Persönlichkeit wie Averroes, dann finden wir in den Lehren dieser maurisch-spanischen Gelehrten durchaus einen Abglanz der Anschauungen, die nach der kosmischen Intelligenz hingehen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Elfter Vortrag","site_heading":null,"date":"1924-08-08","location":null,"word_count":335,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/237/1924-08-08/p004","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/237/1924-08-08/p004"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/237/1924-08-08/p004","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}