Elfter Vortrag

GA 237/1924-08-08/p012 ·1924-08-08 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Dieses wichtige, dieses bedeutungsvolle Ereignis geschah im Jahre 869. Es ist das achte allgemeine, ökumenische Konzil in Konstantinopel, wo dogmatisch konstatiert worden ist: Die alte Anschauung von der Trichotomie — der Mensch bestehe aus Leib, Seele und Geist wäre ketzerisch, der Mensch habe nur Leib und Seele, nur daß die Seele einige geistige Eigenschaften habe. Während sich im Objektiven das vollzog, daß die Intelligenz auf die einzelnen Menschen überging, wurde auf Erden - in so besiegelnder Weise, daß niemand, der in der europäischen Zivilisation stand, dem zu widersprechen wagen konnte dekretiert, die Trichotomie sei falsch, sei ketzerisch. Man durfte nicht davon sprechen, daß der Mensch Leib, Seele und Geist habe, sondern nur von Leib und Seele durfte man sprechen und der Seele geistige Eigenschaften und Kräfte zuschreiben. Damit war etwas auf Erden geschehen, von dem man in den Michael-Reichen nur sagen konnte: Nun wird einziehen in die Seelen der Menschen die Überzeugung, daß das Geistige eine Seeleneigenschaft ist, daß das Geistige nicht das Göttliche ist, das im Fortgang der Menschheitsentwickelung waltet. «Seht hinunter auf die Erde» — das ist die Sprache des Michael -, «da schwindet das Bewußtsein vom Geiste.» Aber, meine lieben Freunde, mit diesem Schwinden des Bewußtseins vom Geiste war ja gerade das verbunden, von dem wir heute vorzugsweise sprechen wollen.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/237/1924-08-08/p012.json
Cite: GA 237/1924-08-08/p012 · edition original