Vierter Vortrag

GA 238/1924-09-12/p013 ·1924-09-12 · original (original)
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Namentlich sehen wir in den auf das neunte Jahrhundert folgenden Jahrhunderten platonisch gerichtete, platonisch orientierte Geister auf die Erde heruntersteigen. Und das sind ja diejenigen, welche eine von dem ofliziellen Christentum, von dem ofhiziellen Katholizismus als häretisch angesehene christliche Lehre, die aber die wahrere christliche Lehre war, im Mittelalter fortgesetzt haben. Die Individualitäten, die den christlichen Ariistotelismus fortsetzten, sie blieben zunächst in geistigen Welten zurück, denn auf der Erde war im neunten, zehnten, elften, zwölften Jahrhundert, nach den Zivilisationsbedingungen, die gegeben waren, keine rechte Anknüpfung für diese Geistesströmung. Dagegen konnten sich, man möchte sagen, in gewissen isolierten Geistesbezirken mit ganz besonderer Intensität diejenigen entwickeln, die mehr platonisch gesinnt waren. Man findet eingestreut in dem ofliziell sich immer mehr und mehr verbreitenden katholisch gefärbten Christentum da und dort Persönlichkeiten in Schulen, welche alte Mysterientradition fortsetzen und das Christentum beleuchten mit diesen alten Mysterientraditionen. Und eine Stätte, in die dann alles dasjenige eingeflossen ist, was als solche Traditionen fortgesetzt worden ist, ist ja die von mir in der letzten Zeit öfter genannte, durch und durch spirituelle Schule von Chartres, innerhalb welcher solche Geister wie Bernhardus Sylvestris, Alanus ab Insulis und andere gewirkt haben.

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Cite: GA 238/1924-09-12/p013 · edition original