Vierter Vortrag
Nun ist der Zisterzienser-Orden, so wie die anderen Orden innerhalb der katholischen Entwickelung, dekadent geworden, aber in diesem Dekadentwerden liegt ja viel Äußerlichkeit. Die Individualitäten, sie stecken zuweilen, indem sie alte, auch für die Anthroposophie außerordentlich wertvolle Richtungen fortsetzen, in Zusammenhängen drinnen, zu denen sie eigentlich nicht gehören; jedoch das Leben, das Karma bringt sie hinein. So mußte ich es immer merkwürdig finden, daß — von meiner ersten Jugend an bis in eine gewisse Zeit — an mich immer etwas herangetreten ist vom Zisterzienser-Orden. Ich kam ja, als ich die Volksschule hinter mir hatte, nur dadurch, daß ich aus den Gründen, die ich in meinem Lebensgang auseinandergesetzt habe, von meinen Angehörigen in die Realschule verwiesen wurde, nicht in das Gymnasium kam, — nur knapp daran vorbei, Schüler zu werden eines ZisterzienserOrdensgymnasiums. Es war eigentlich ganz selbstverständlich, daß ich das hätte werden sollen. Ich wurde es nicht, narürlich auch aus guten karmischen Gründen.
Cite:
GA 238/1924-09-12/p033 · edition original