Achter Vortrag

GA 238/1924-09-19/p019 ·1924-09-19 · original (original)
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Dies Leben wird ganz merkwürdig, indem es nun wiederum durch die Zeit hindurchgeht zwischen Tod und neuer Geburt. Da kann man geradezu sehen, wie beim weiteren Passieren der Merkur-Region, man möchte sagen, alles das, was diese Persönlichkeit getan hat, sich wie in einen Nebel auflöst. Es bleibt alles, was diese Persönlichkeit aufgenommen hat an Ideen über das Christentum, es bleibt alles, was diese Persönlichkeit durchgemacht hat an Skepsis gegenüber der Wissenschaft, und alles das bildet sich nun um in diesem Leben zwischen Tod und neuer Geburt: Die Wissenschaft liefert nicht die letzten Wahrheiten; ein intensiver Erkenntnissinn, der im Anfluge eigentlich schon da war beim vorigen Passieren des Merkur, der vergeht wiederum, und es bildet sich in diesem Leben karmisch eine eigentümliche Mentalität aus; eine Mentalität, welche eindringliche Anschauungen, die diese Individualität durchgemacht hat, mit großer Zähigkeit festhält, die aber wenig Begriffe entwickeln kann für das nächste Leben, um sie zu beherrschen. Man hat das Gefühl, indem sie da durchgeht durch das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt: Was soll denn diese Individualität eigentlich in der neuen Inkarnation, die sie nun anstreben will? Mit was ist sie denn nun eigentlich richtig verbunden? Man hat das Gefühl: Die kann mehr oder weniger intensiv verbunden werden mit allem möglichen und mit nichts. Alle Antezedenzien sind dazu da. Die Intensität, mit der — nach vorangegangener Skepsis — auf all den Wegen, auf denen man zum Kardinal wird, das Christentum mit allen einzelnen Äußerlichkeiten durchlebt wird, das sitzt tief in der Persönlichkeit: Diese Persönlichkeit muß kenntnisreich werden, doch mit leichtgeschürzten Begriffen auftreten können. Aber außerdem: Wie ausgelöscht ist, ich möchte sagen, die europäische Landkarte, die sie einmal beherrscht hat. Man weiß nicht: Wie soll sie wieder zu der sich finden? Was wird sie anfangen mit dieser europäischen Landkarte? — Sie wird ganz gewiß nichts damit anzufangen wissen.

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Cite: GA 238/1924-09-19/p019 · edition original