Vierter Vortrag

GA 239/1924-04-05/p005 ·1924-04-05 · original (original)
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Ich habe schon im Verlaufe dieser Betrachtungen den Namen eines Mannes genannt, der in einer merkwürdigen Weise zeigt, wie in einer Willensnatur etwas Visionäres zur Offenbarung kommen kann. Ich habe den Namen des italienischen Freiheitshelden Garibaldi genannt, habe auch einige charakteristische Züge von ihm angegeben. Alles dasjenige, was sich in diesem Garibaldi äußert, ist Willensregung. Welcher ungeheure Wille gehört dazu, daß er als junger Mann oft und oft in einer gefährlichen Zeit, im zweiten, am Beginne des dritten Jahrzehntes des neunzehnten Jahrhunderts, die Adria auf eigene Verantwortung hin durchschiffte, wiederholt gefangen genommen wurde, immer wiederum durch seine Kraft und seinen Mut freikam. Welch ungeheure Willensentfaltung liegt datin, daß er, als er gesehen hat, wie zunächst in Europa für ihn kein Feld ist, nach Südamerika hinüberging und dort einer der kühnsten Menschen wurde für die Entfaltung des Freiheitslebens. Ich habe auch wohl aufmerksam darauf gemacht, wie er in bezug auf seine Verheiratung eigentlich über die gewöhnlichen irdischen Verhältnisse hinaus das eigene Leben entfaltete; und als er dann wiederum nach Europa zurückgekehrt war, war er ja derjenige, dem eigentlich das Italien der Gegenwart alles verdankt.

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Cite: GA 239/1924-04-05/p005 · edition original