Vierter Vortrag

GA 239/1924-04-05/p010 ·1924-04-05 · original (original)
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Ich möchte ein anderes Beispiel wählen, das mir auf eine merkwürdige Weise nahegetreten ist. Ich hatte einen Geometrielehrer, der mir außerordentlich wertvoll war. Vielleicht werden Sie aus meiner Lebensbeschreibung wissen, daß ja Geometrie überhaupt zu demjenigen gehört, dem ich im Leben am meisten an Anregungen verdanke. So wurde mir dieser Geometrielehrer auch besonders wertvoll. Aus dem, daß er ein ausgezeichneter Konstrukteur war, konnte zwar folgen, daß ich ihn sehr liebte, weil ich das Konstruieren liebte, und weil er, was er vorbrachte, mit einer wirklichen Unabhängigkeit und auch mit aller Einseitigkeit des geometrischen Denkens vorbrachte. Er war so einseitig aufs Geometrische hin geschult, daß er zum Beispiel kein Mathematiker war, sondern nur ein Geometriker. Darin war er genial, hatte aber keine Kenntnisse, keine wirklichen Kenntnisse in der Mathematik. Und er lebte gerade in einer Zeit, wo gerade alle Darstellende Geometrie, die sein Fach war, umgestaltet wurde. Er blieb beim alten. Das war ein charakteristischer Zug an ihm. Aber noch viel charakteristischer für den okkulten Forscher war ein anderes. Er hatte das, was man einen Klumpfuß nennt. Nun ist das Eigentümliche, daß, selbstverständlich nicht die physische Substanz, aber die Kraft, die in einer Inkarnation der Mensch in seinen Füßen trägt, die Art und Weise, wie er auftritt, wie er sich durch die Bewegung der Füße in Schuld oder in das Gute hineinstellt, sich metamorphosiert. Alles dasjenige, was mit den Füßen zusammenhängt, kann in einem nächsten Erdenleben in der Organisation des Kopfes sich ausleben, während dasjenige, was wir jetzt im Kopfe haben, gerade in der Organisation der Beine im nächsten Erdenleben sich ausleben kann. Diese Dinge metamorphosieren sich in eigentümlicher Art. Derjenige, der in diesen Dingen bewandert ist, kann in der Art und Weise, wie jemand auftritt, wie er die Zehen setzt, die Fersen setzt, sehen, wie das Denken in einer vorigen Inkarnation war. Und derjenige, der die Eigentümlichkeit der Gedanken eines Menschen verfolgt, ob einer schnell, flüchtig denkt oder gemessen, bedächtig denkt, wird oft dazu geführt, wirklich zu sehen, wie er in einer vorigen Inkarnation ging.

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Cite: GA 239/1924-04-05/p010 · edition original