{"corpus":"steiner","locus":"GA 239/1924-04-05/p014","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Und jüngst konnte ich ja in Dornach aufmerksam machen auf einen anderen Zusammenhang, auf einen Zusammenhang, der mich veranlaßt hat, wiederholt während des Krieges, namentlich am Ende des Krieges, darauf aufmerksam zu machen, daß sich die Menschen nicht gar zu sehr blenden lassen sollen von einer gewissen Persönlichkeit der neueren Zeit. Ich habe schon in meinem Helsingforser Kurs 1913 aufmerksam gemacht auf die immerhin recht begrenzte Kapazität, um die es sich da handelt. Das alles geschah, weil mir der Zusammenhang klar war zwischen einem Nachfolger Mohammeds, Muawija, aus dem siebenten Jahrhundert, und Woodrow Wilson. Alles, was an Fatalismus dazumal lebte in dieser Persönlichkeit des Muawija, kam in diesem ja sonst ganz unerklärlichen Fatalismus, der nur ein Fatalismus des Willens sein wollte, zum Vorschein, im Fatalismus des Woodrow Wilson. Und man möchte sagen, wer suchen will nach einer Bekräftigung, nach einem Ursprung der bekannten vierzehn Punkte, der wird sie schon im Koran finden können. So sind die Zusammenhänge, meine lieben Freunde! Bei diesen Dingen darf nicht das geringste von Sympathie und Antipathie walten, bei diesen Dingen darf nichts von Kritik walten, da muß reinste Objektivität sein. Aber diese Objektivität führt eben dazu, von einem Punkte der Geschichte, wo eine Seele auftritt, zu einem anderen Punkte hinzuleiten. Und man darf schon sagen, wenn die Menschheit ein wenig hinaus sein wird über dasjenige, was heute noch aus der materialistischen Zeit da ist, dann wird man auf solche Dinge hinhören und hinschauen. Und dann wird man ganz anders sich fühlen innerhalb der modernen Zivilisation, weil man sie in ihren Zusammenhängen sehen wird; nicht nur nach solchen Dingen, die tot sind, sondern nach solchen Dingen, die lebendig sind. Darauf kommt es an. Das ganze geschichtliche Werden wird lebendig werden. Und der Mensch braucht, wenn er über den toten Punkt der Entwickelung, auf dem er jetzt steht, in seiner Zivilisation hinauskommen will, den lebendigen Geist und nicht den abstrakten, toten Geist der bloßen Ideen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Vierter Vortrag","site_heading":null,"date":"1924-04-05","location":null,"word_count":318,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/239/1924-04-05/p014","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/239/1924-04-05/p014"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/239/1924-04-05/p014","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"other_renderings":{"loci":[{"locus":"GA 260a/1924-04-05","ga":"260a","lecture":"1924-04-05","kind":"reprint","relation":"the same text served under another volume (a reprint or another edition)"}],"note":"The same lecture is also served at the loci listed, each with how it relates to this one. They are ONE witness, not independent attestations: quote the rendering you fetched, and do not cite another as corroborating it. Wording differs between translations, so a quotation found in one need not occur in the other."}}