{"corpus":"steiner","locus":"GA 239/1924-04-05/p019","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Deshalb stifteten diese Weisen alter christlicher Mysterien eine Art von Lehre, die nun gegeben wurde in jenem epischen Drama, dramatischem Epos, von dem ich sprach. Da wurde dargestellt ein solcher Schüler der christlichen Mysterien, der unter dem Opfer des Intellektes, das er zu leisten hatte in einem bestimmten jugendlichen Lebensalter, in das wirkliche Christentum hineingeführt werden sollte, auf daß ihm die Anschauung gebracht würde: der Christus ist ein Sonnenwesen, das gelebt hat in dem Jesus von Nazareth von dem dreißigsten Jahre seines Lebens an. Und in ergreifender Weise war in jenem Drama dargestellt, wie ein nach dem wahren Wesen des Christentums Strebender in seinen jungen Jahren das Opfer des Intellekts bringt, das heißt, den hohen Weltenmächten das Gelöbnis leistet, nicht sich an die Intellektualität zu halten, sondern sich in das eigene Innere zu vertiefen, um das Christentum nicht nur kennen zu lernen als etwas Historisch-Traditionelles, sondern es kennen zu lernen als etwas Kosmisches, hinzuschauen auf den Christus als auf denjenigen, der die Sonnenwesenheit als Geistigkeit in sich trägt. Es war eine dramatische Szene großartiger Art, großartigen Inhaltes, die diese Umwandlung einer Menschenwesenheit darstellte unter dem Opfer des Intellekts. Und aus einem Menschen, der das Christentum bloß aufnahm nach dem Wortlaut der Evangelien - so wie es später gekommen ist - wurde einer, der da lernte hinschauen auf das Kosmische, der den lebendigen Zusammenhang des Christus mit dem Kosmos anschaute. Das Hellsichtigwerden für das Christentum als Kosmisches, das stellte für diesen seinen Helden jenes alte epische Drama dar. Die katholische Kirche hat dafür gesorgt, daß auch jede Spur von diesem Drama ausgerottet worden ist. Nichts ist zurückgeblieben, die katholische Kirche hat Macht genug dazu gehabt. Es ist ja zum Beispiel nur einem Zufall zu verdanken, daß eine Abschrift sich erhalten hat von den Werken einer Persönlichkeit am Hofe Karls des Kahlen, von der man sonst auch nichts wissen würde: von Scotus Erigena.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Vierter Vortrag","site_heading":null,"date":"1924-04-05","location":null,"word_count":311,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/239/1924-04-05/p019","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/239/1924-04-05/p019"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/239/1924-04-05/p019","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"other_renderings":{"loci":[{"locus":"GA 260a/1924-04-05","ga":"260a","lecture":"1924-04-05","kind":"reprint","relation":"the same text served under another volume (a reprint or another edition)"}],"note":"The same lecture is also served at the loci listed, each with how it relates to this one. They are ONE witness, not independent attestations: quote the rendering you fetched, and do not cite another as corroborating it. Wording differs between translations, so a quotation found in one need not occur in the other."}}