{"corpus":"steiner","locus":"GA 239/1924-06-07/p011","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Nun, wenn man so die Gedanken lenkt, wie ich sie versuchte vor Ihnen zu lenken, dann wird man ja stark auf die zwei Seiten des ewigen Lebens der menschlichen Seele gewiesen. Wir haben ja, im Grunde aus den menschlichen Hoffnungen heraus, nur ein Wort in den modernen Sprachen für die halbe Ewigkeit, die jetzt beginnt und nicht aufhört. Wir haben nur das Wort «Unsterblichkeit», weil den Menschen unseres Zeitalters vorzugsweise interessiert, was nach dem Tode geschieht. Er ist jetzt da, und es hängt mit allen seinen Lebensinteressen zusammen, zu wissen, was nach dem Tode geschieht. Aber es gab Zeiten in der Menschheitsentwickelung, da interessierte den Menschen noch ein anderes. Heute sagt sich der mehr egoistisch denkende Mensch: Das, was auf den Tod folgt, interessiert mich, denn ich möchte wissen, ob ich über den Tod hinaus lebe; das, was vor der Geburt war oder vor der Empfängnis, interessiert mich nicht. - Denn er ist da, der Mensch, also denkt er über das vorirdische Leben nicht ganz so nach wie über das nachtodliche. Aber zum Ewigen der Menschenseele gehören diese zwei Seiten: die Unsterblichkeit und die Ungeborenheit. Ältere, ursprüngliche Mysteriensprachen der Menschen, die noch, dem Zeitalter entsprechend, die übersinnliche Welt sahen, hatten auch für Ungeborenheit ein entsprechendes Wort. Wir müssen uns erst wiederum eines abringen dadurch, daß wir nach solchen Richtungen hin die Gedanken lenken. Dadurch aber werden wir auch zu der ganz andersartigen Gesetzmäßigkeit geführt als die Naturgesetzmäßigkeit ist, wie sie im Menschen besteht: zu dem menschlichen Schicksal.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Achter Vortrag","site_heading":null,"date":"1924-06-07","location":null,"word_count":247,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/239/1924-06-07/p011","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/239/1924-06-07/p011"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/239/1924-06-07/p011","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}