Achter Vortrag
Man könnte sich leicht vorstellen, das Dasein nach dem Tode, das eben eine Zeitlang dauert - von der Zeit werde ich noch zu sprechen haben -, habe etwas Schattenhaftes gegenüber dem Erdenleben. Das Erdenleben kommt uns ja so robust vor, wir können überall die Dinge anpacken, sie sind dicht; der Mensch ist dicht, kompakt. Wir bezeichnen etwas als wirklich dann, wenn wir es recht angreifen können. Dieses robuste Erdenleben erscheint uns, wenn wir durch die Todespforte gegangen sind, eigentlich wie ein Traum. Denn wir treten, indem wir auf die geschilderte Weise in den Mondenbereich eintreten, in ein Dasein, das uns nunmehr viel realer, viel mehr von Wirklichkeit durchsättigt erscheint, und das aus dem Grunde, weil diese Urlehrer der Menschheit, die ihr Dasein in der Mondenregion fortsetzen, uns mit ihrem eigenen Sein durchdringen und uns alles viel realer erscheinen lassen, als wie wir hier als Erdenmenschen die Dinge der Welt erleben. Und was erleben wir?
Cite:
GA 239/1924-06-07/p016 · edition original