Achter Vortrag
Nun, sehen Sie, das Erdenleben erleben wir ja eigentlich nur fragmentarisch. Wenn wir so zurückblicken mit dem gewöhnlichen Bewußtsein, dann kommt es uns wie ein einheitlicher Strom vor. Wie haben wir aber gelebt? Wir haben gelebt schattenhaft, einen Tag, dann folgt eine Nacht. Aber daran erinnert sich das gewöhnliche Bewußtsein nicht. Dann kommt wieder ein Tag, dann wieder eine Nacht, und so geht es fort, und wir setzen in der Erinnerung die Tage nur zusammen. Wir müssen in einer wahren Rückerinnerung immer die Tage unterbrechen mit dem, was wir in der Nacht erlebt haben, immer die Tage unterbrechen durch die Nächte. Das tut das gewöhnliche Bewußtsein mit einem gewissen Recht nicht, weil es herabgedämpft ist im Schlafe. Wenn wir unter diesen Mondenwesen sind, die einmal die Urlehrer der Menschheit waren, dann erleben wir gerade dasjenige, was wir in den Nächten durchgemacht haben hier auf der Erde. Daraus ergibt sich auch, wie lange diese Form des Daseins in der Mondenregion dauert. Wenn einer nicht eine Schlafratte ist, so verschläft er etwa ein Drittel seines Erdenlebens. Aber genau ebensolange dauert das Leben in der Mondenregion: ungefähr ein Drittel des Erdenlebens. Ist einer zwanzig Jahre alt geworden, so dauert es etwa sieben, ist einer sechzig Jahre alt geworden, so dauert es zwanzig Jahre, und so weiter. Da lebt man nun unter diesen Wesenheiten, da durchdringen sie einen mit ihrem Dasein.
Cite:
GA 239/1924-06-07/p017 · edition original