{"corpus":"steiner","locus":"GA 239/1924-06-09/p006","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Und ein anderes Eigentümliches tritt auf. Sie werden sagen: Nun ja, aber jeder Mensch hat dann doch diese Welt, und so viele Welten werden dann durch den Tod getragen, als eben Menschen sterben. Man müßte also eigentlich nach dem Tode so unendlich viele Welten sehen, als man Menschen erblickt nach dem Tode. -— Aber das Geheimnis liegt darinnen, daß man erstens alle diejenigen Menschen, mit denen man in irgendeiner Weise karmisch verbunden ist, als eine Einheit sieht, als eine einheitliche Welt. Und an diese Menschen, mit denen man karmisch verbunden ist, schließen sich die anderen an, die auch mehr oder weniger, wenn auch nicht so streng, sich zu einer Einheit und, wiederum mit uns verbunden, mit uns sich zu einer Einheit verbinden. Denn es wird eben alles anders, wenn man von der physisch-sinnlichen Welt in die geistige Welt eintritt. Es ist gewiß manches für den, der nicht gewohnt ist, in solchen Vorstellungen zu empfinden, paradox. Aber hie und da soll man doch auf die Eigentümlichkeiten der geistigen Welt, wie sie sich der Initiationsweisheit zeigen, hinweisen. Sehen Sie, hier in der physisch-sinnlichen Welt kann man zählen: eins, zwei, drei; man kann sogar - wenn auch nicht gerade jetzt - Geld zählen in der physisch-sinnlichen Welt; aber das Zählen hat in der geistigen Welt nicht eigentlich einen Sinn. Da bedeutet die Zahl nichts Besonderes, da ist alles mehr oder weniger Einheit, und jene Unterscheidung, die man haben muß zwischen den Dingen, wenn man sie zählt, wo eins neben dem anderen sein muß, gibt es nicht in der geistigen Welt. Es muß schon manches ganz anders für die geistige Welt beschrieben werden als für die physisch-sinnliche Welt. Und so ist dasjenige, was hier eigentlich im Physischen menschliches Innere ist, eben vom Gesichtspunkte der geistigen Welt aus ganz anders, als es sich hier ausnimmt. Großartig und gewaltig ist der Menschenbau, großartiger und gewaltiger als der von der Erde aus überschaubare Himmelsbau. Und das, was wir uns erarbeiten in Gemeinschaft mit den höheren Hierarchien für das nächste Erdenleben, das da folgt auf das Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, das muß ja in den Menschenbau hineinpassen, das muß ein Seelisch-Geistiges sein, das den Menschenbau durchdringt und durchdringend belebt. Denn wie entwickelt sich dieses Menschenleben auf der Erde?","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Zehnter Vortrag","site_heading":null,"date":"1924-06-09","location":null,"word_count":374,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/239/1924-06-09/p006","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/239/1924-06-09/p006"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/239/1924-06-09/p006","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}