Zehnter Vortrag

GA 239/1924-06-09/p008 ·1924-06-09 · original (original)
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Nun, dieser Austausch, der alle sieben bis acht Jahre erfolgt, der erfolgt von der Geburt an. Wir bekommen nämlich von unseren Eltern übermittelt das Substantielle und seine Gestaltung nur bis zum Zahnwechsel hin. Dasjenige, was wir dann substantiell formen, das machen wir aus unserer Individualität heraus. Dieser Zahnwechsel ist etwas ganz Wichtiges. Wir haben von den Eltern überkommen bis zum Zahnwechsel ein Modell; dieses Modell ist den Eltern ähnlich, da liegen die vererbten Eigenschaften. Unsere geistig-seelische Individualität formt nach dieser Modell langsam den zweiten Körper, der von dem Zahnwechsel bis zur Geschlechtsreife existiert und dann wieder abgestoßen wird; dann beginnt der dritte Körper. Aber das, was wir in Wirklichkeit erben, so daß die vererbten Eigenschaften bleiben, rührt davon her, daß wir diese in unserem zweiten Körper dem Modell nachbilden. Das, was wir später dem Modell nachgebildet haben, das ordnen wir in Gemäßheit desjenigen, was wir uns als eine unbewußte Kunst, den menschlichen Organismus aus seinen Geheimnissen heraus zu formen, im vorirdischen Dasein erwerben. Zu nichts anderem dient uns der erste Körper bis zum Zahnwechsel, als daß wir uns gemäß unserem Karma den Eltern ähnlich machen. Die eigentlichen Geheimnisse, die tiefen, umfassenden Geheimnisse, nach denen der menschliche Organismus aufgebaut ist als das wunderbare Nachbild des äußeren Himmelsgebäudes, die müssen wir ihrem innersten Wesen nach lernen in dem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Und da hinein müssen wir zurückleben lernen, nachdem wir die Hälfte des Sonnendaseins durchgemacht haben. Lernen müssen wir, uns in die zweite Hälfte hineinzuleben, die uns veranlaßt, die Triebe unseres Karma auszubilden. Da schauen wir wieder hinein in ein wunderbares Geschehen, das abfließt zwischen uns und den Wesen der höheren Hierarchien in dem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt.

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Cite: GA 239/1924-06-09/p008 · edition original