Zehnter Vortrag
Lassen Sie uns das an einem Beispiel veranschaulichen. Da war in einer verhältnismäßig frühen Zeit, so etwa gerade in der Zeit, die hart an die Begründung des Christentums herankommt, ein Initiierter verkörpert im Orient, im indischen Leben. Dadurch, daß diese Individualität in ihrer irdischen Verkörperung im indischen Leben schlechte Augen hatte - man muß so auf die Einzelheiten eingehen, wenn man karmische Zusammenhänge bespricht -, hatte sie über alles mehr oder weniger oberflächlich hinweggeschaut. Sie stand eben drinnen in der mystischen indischen Lebensauffassung, ging dann durch andere Verkörperungen hindurch, die weniger Bedeutung hatten. Dann aberging sie durch ein Leben zwischen Tod und neuer Geburt durch, in dem alles das, was dieser Individualität sich auf der Seele abgelagert hatte im indischen oberflächlichen Erleben, nun ausgebildet wurde in der Merkursphäre, zum Teil in der Venussphäre, zum Teil in der Marssphäre. Da wirkte es mit Wesen der höheren Hierarchien zusammen, um das in einer gewissen Weise zu formen. Nun ist es bei den meisten Menschen so, daß vorzugsweise aus einer Sternensphäre heraus das Karma charakteristisch gebildet wird. Da aber ergab sich durch dieses Zusammenwirken eine Individualität, wo an der Formung der inneren Fähigkeiten, an der karmischen Umgestaltung der Fähigkeiten, die aus einem indischen Erleben einmal hervorgegangen warten, fast gleichmäßig arbeiteten die Merkur-, die Venus- und die Marssphäre. Diese Individualität trat im neunzehnten Jahrhundert als eine Persönlichkeit auf und wurde als solche Fleinrich Feine.
Cite:
GA 239/1924-06-09/p015 · edition original