Zehnter Vortrag

GA 239/1924-06-09/p018 ·1924-06-09 · original (original)
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Und nehmen wir ein anderes Beispiel. Da gibt es eine Individualität, die eine für die damalige Zeit gründliche Ausbildung erworben hatte in der Zeit, als auf der Erde der Islam sich ausbreitete durch Nordafrika nach Spanien. Da gab es in Nordafrika noch Schulen, die so ähnlich waren wie die Schule, in welcher der heilige Augustinus ausgebildet worden ist; aber es war schon in einer späteren Zeit, die Schule war in Dekadenz. Diese Individualität lernte vieles, was eigentümlich diesen Schulen war, was noch vieles von den alten Mysterien, aber im Niedergange, in sich enthielt. Dann wurde diese Individualität verschlagen nach Spanien, kam dann in Zusammenhang nicht mit späterer, aber mit der früheren jüdischen kabbalistischen Schule, nahm wieder vieles auf aus der Früh-, nicht aus der Spätkabbalistik und wurde ein Geist, der so etwas Manichäisch-Kabbalistisches in einer großen inneren Geläufigkeit in der Seele hatte. Diese Individualität fand nun ihre Weiterentwickelung in einem Leben zwischen dem Tod und einer neuen Geburt, und da insbesondere in Gemeinschaft mit den Wesenheiten, die mit dem Marsdasein zu tun haben. Sie eignete sich im Marsdasein an einen gewissen aggressiven Sinn, aber auch wieder außer diesem aggressiven Sinn die Leichtigkeit der Sprache, geradezu etwas Verführerisches in der Sprachgabe, die Leichtigkeit in der sprachlichen Behandlung von allen möglichen Problemen, die sie so in ihrem Inneren aus ihrem früheren Erdenleben hatte. Damit verkörperte sie sich im achtzehnten Jahrhundert, wurde Voltaire.

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