Elfter Vortrag
Noch ein anderes Gefühl wurde wachgerufen bei denjenigen, die zu suchen hatten die Initiationsweisheit Hybernias. Sie wurden zu der Empfindung gebracht, daß eigentlich alles Dasein so sein könnte wie das Erdendasein: eine Illusion, kein wirkliches Dasein. Nicht nur zu zweifeln an der Wahrheit, sondern zuempfinden das Nichts im menschlichen Dasein, das Nichtsein im menschlichen Dasein, dazu wurde der Mensch gebracht. Und dann wurde er gegenüber den sich immer neu gestaltenden ätherischen Mächten und gegenüber den physischen Mächten, die in einer Zerstörung begriffen sind, aber vom Geistigen, von geistiger Seite her immer neu gestaltet werden, gegenüber all dem, was das Leben durchzieht an zerstörenden und wieder aufbauenden Kräften, nachdem sein Gemüt in die richtige Stimmung versetzt war, um ganz zur Imagination in dieser Sache zu kommen, vor zwei mächtige, gewaltige Bildsäulen geführt. Und er wurde dazu veranlaßt, die eine Bildsäule zu drücken: immer wieder stellte sich die Bildsäule her, da diese Bildsäule so gestaltet war, daß sie ganz elastisch war; immer stellte sich dasjenige, was er hineingedrückt hatte, wiederum her, Die Bildsäule behielt immer wieder ihre Form, aber die Bildsäule erschien ihm wie lebendig. Und er wurde, weil feierliche Stimmung es war, in die er zuerst getaucht war bei diesem unmittelbaren Eindruck, den er durch das Berühren erfahren hatte, auf die Eigenheit des Lebendigen hingewiesen. Die andere Bildsäule war so konstruiert, daß, wenn man auf sie drücken wollte, das wieder drinnen blieb, wodurch sie deformiert wurde, Erst wenn man am nächsten Tage wiederum vor sie hingeführt wurde, war sie ausgebessert. Die innere Konstitution des Physischen und des Ätherischen, also etwas von der Wahrheit der Selbstanschauung, zog vor die Schüler hin.
Cite:
GA 239/1924-06-10/p018 · edition original