Zwölfter Vortrag

GA 239/1924-06-11/p004 ·1924-06-11 · original (original)
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Sehen wir doch einmal hin auf die Art, wie wir Menschen im Leben begegnen können. Von unserer Begegnung mit Menschen im Leben hängt ja der weitaus größte Teil unserer Schicksale im Leben ab. Wir begegnen dem einen, wir begegnen dem anderen Menschen. Dasjenige, was wir mit ihm zusammen erleben, das greift in unser Dasein ein. Und gerade in diesem gemeinsamen Erleben mit Menschen in .diesen oder jenen Lebensverhältnissen wird sich der aufmerksamen Beobachtung so recht zeigen, daß das Karma durchaus nicht dem widerspricht, was wir als unsere freie Empfindung in uns tragen, als die Empfindung dessen, was in unserem Handeln freien Entschlüssen unterliegt. Wir werden ja zunächst als Kind hineingestellt in das Dasein in einer solchen Lebensepoche, in der von Freiheit eben noch nicht die Rede sein kann, so weit der irdische Impuls in Betracht kommt. Und wie vieles hängt doch von der Art und Weise ab, wie wir als Kind in das Dasein hineingestellt werden! Welche Fähigkeiten da aus unserem Inneren herausgeholt werden, welche Wege uns zugewiesen werden, das ist von einer unendlich großen, schicksalsmäßigen Bedeutung in unserem ganzen Erdenleben. Gewiß, wir können dann später mehr oder weniger als selbständige Menschen in unser eigenes Leben eingreifen, aber wir können das doch nur an dem Platze, den uns die Kindheit angewiesen hat. Und so werden wir schon sehen, wenn wir genau betrachten, was in unser freies Handeln schicksalsmäßig deutlich, klar hineinspielt.

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Cite: GA 239/1924-06-11/p004 · edition original