{"corpus":"steiner","locus":"GA 240/1924-04-09/p027","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Heute ist es durchaus so, meine lieben Freunde, daß geschichtliche Betrachtung zur menschlichen Befriedigung nur dadurch möglich ist, daß wir Ernst machen mit den konkreten Erscheinungen der wiederholten Erdenleben, mit der Betrachtung des Karma und der inneren Zusammenhänge in den einzelnen Erdenleben der Menschen. Nachdem die Anthroposophische Gesellschaft durch zwei Jahrzehnte vorbereitet worden ist auf dasjenige, was unter dem Einfluß der Weihnachtstagung nun geschehen soll, darf wohl heute immer mehr und mehr dasjenige ausgeführt werden, was dazumal 1902 bei der Begründung der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft zunächst angekündigt war: «Praktische Karma-Übungen.» Diese praktischen Karma-Übungen sollen einen Teil bilden unseres anthroposophischen Lebens, aber nicht in sensationeller Weise, sondern so, daß sie die Grundlage werden für wirklich größere, stärkere Impulse, die da leben müssen innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft. Betrachten Sie auch das, daß jetzt in dieser Weise gesprochen werden muß, als einen Ausfluß dessen, daß Esoterisches strömen muß durch die anthroposophische Bewegung, die in der Anthroposophischen Gesellschaft verkörpert ist. Aber seien wir uns auch klar darüber, mit welch tiefem Ernst solche Dinge betrachtet werden müssen. Werden sie mit diesem Ernste betrachtet, dann weben wir weiter an demjenigen, was begonnen wurde zu weben, als Lessing am Schlusse seiner «Erziehung des Menschengeschlechts» auf die wiederholten Erdenleben hinwies. Denn lernen muß der Mensch wiederum aus einer tieferen intimen Betrachtung des Menschen, des Schicksals des Menschen, daß es durchaus wahr ist: Man schaut hinein durch Geisteswissenschaft in dasjenige, was die wahre Wesenheit des Menschen ist und was jederzeit, wenn er sich selber erkennt, die Worte sprechen kann: «Ist denn nicht die Ewigkeit mein?!» Aber man muß die Gliederung dieser Ewigkeit in den konkreten Tatsachen, in den Karma-Erwägungen, in den Schicksalsgliederungen des menschlichen, geschichtlichen Lebens erkennen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Erster Vortrag","site_heading":null,"date":"1924-04-09","location":null,"word_count":280,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/240/1924-04-09/p027","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/240/1924-04-09/p027"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/240/1924-04-09/p027","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}