Zweiter Vortrag
Dann tritt man als mehr oder weniger vollständiger oder unvollständiger Mensch zunächst in die Merkursphäre ein. Auch in der Merkursphäre erlebt man zwischen dem Tod und einer neuen Geburt etwas Besonderes; etwas, was aber schon zu dem Sonnendasein vorbereitet. Sehen Sie, hier im physischen Erdenleben wird man ja auch in der einen oder anderen Weise krank. In die Sonnensphäre muß man ganz gesund an Seele und Geist kommen. Daher wird man in der Merkursphäre von alledem, was die Seele von ihren Krankheiten an sich trägt, befreit. Daher ist es auch so, daß wirkliche Medizin nur gelernt werden kann, wenn man sich anschaut, wie die Toten in der Merkursphäre von den Krankheiten befreit werden. Daraus kann man entnehmen, was man auf der Erde für die Menschen zu tun hat, um sie von Krankheiten zu befreien. Deshalb war immer in den Zeiten, wo es Mysterien und instinktives Hellsehen gab, die Medizin angesehen worden als etwas, was aus der Merkursphäre herunter durch die Mysterien geoffenbart wird. Denn sehen Sie: Was ist für die heutigen Menschen ein Gott? Ein Gott istein Wesen, das man niemals auf der Erde sehen kann. Das war es für die Menschen der instinktiv hellsehenden Urzeiten nicht. Merkur hatte seine Mysterien. Es gab Merkurmysterien, Sie können das nachlesen in meiner «Geheimwissenschaft». Ja, der allererste Hauptpriester der Merkurmysterien war Merkur selber. Das war dadurch bewerkstelligt worden, daß ein Mensch geboren wurde, dessen Geist durch einen übermenschlichen Vorgang befreit wurde, um auf eine andere Weise eine Verleiblichung zu suchen. Der Körper war da: diesen Körper benutzte der Gott Merkur, sich auf der Erde zu verkörpern, das heißt, sich in den Mysterien zu zeigen. Es waren schon die Götter in den alten Mysterien die Lehrer. So ist es für alle Götter Griechenlands, sie waren alle auf der Erde. Und dieser Gott Merkur hat den Menschen die Medizin gelehrt. Hippokrates hat eine spätere Tradition davon noch bewahrt.
Cite:
GA 240/1924-06-01/p017 · edition original