{"corpus":"steiner","locus":"GA 240/1924-06-01/p018","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Dann kommt der Mensch in die Venussphäre. In der Venussphäre ist es so, daß der Mensch ganz gewahr wird, wie er unvollständig ist; aber dieses Unvollständige wird nun gerade in der Venussphäre für das Sonnendasein bereitet, wo man am längsten darinnen ist. Man ist zweimal darin, doch brauchen wir nur von dem einen Mal zu sprechen. Man ist am längsten im Sonnendasein darinnen. In diesem Sonnendasein ist man erstens mit den Seelen zusammen, mit denen man irgendeine karmische Gemeinschaft hat und die jetzt in der geistigen Welt sind, die ebenso Gestorbene sind wie man selbst; man ist aber auch zusammen mit den Wesenheiten der höheren Hierarchien, mit Angeloi, Archangeloi, Archai, Exusiai, Dynamis, Kyriotetes und so weiter. Was geschieht da? Da arbeitet der Mensch, indem er sein Unvollständiges in seinem Bewußtsein gewahr wird, mit den Wesenheiten der höheren Hierarchien zusammen an dem Muster und Urbild seines folgenden Erdendaseins, und zwar arbeitet er in der ersten Hälfte des Sonnendaseins mehr das Urbild der physischen Körperlichkeit aus, in der zweiten Hälfte mehr das Urbild seines moralischen Erdendaseins. Diese Arbeit während des Sonnendaseins, sie ist tatsächlich nicht etwa so einförmig, wie es scheint, wenn man sie schildern muß, sondern sie ist ungeheuer viel reicher, viel großartiger und gewaltiger als alles, was der Mensch auf der Erde erleben kann. Der Mensch erlebt hier auf der Erde nicht das, was unmittelbar in seiner Haut eingeschlossen ist, sondern das, was um ihn ist. Während des Sonnendaseins ist es gerade umgekehrt: da erlebt der Mensch alles, was im Kosmos ist. Wie wir hier sagen: Dies ist mein Magen -, so sagen wir dann: Da draußen ist meine Venus -; wie wir hier sagen: Dies ist mein Herz -, so sagen wir: Dies ist meine Sonne. — Die Wesen des Weltenalls werden unsere Organe. Wir werden selber wie das Weltenall, und der Mensch, der hier auf der Erde steht — aber im Geiste erfaßt -, der nur ausgefüllt ist von der irdischen Erdensubstanz, der ist dann unsere Welt. Und diese innere Welt des Menschen, sie ist wahrhaftig umfassender, grandioser als der außermenschliche Kosmos hier auf Erden. Was der Mensch alles in sich birgt, das ist auf Erden dem Menschen unbewußt. Aber es ist viel größer als das, was der Mensch auf der Erde sieht. Und was er hier auf der Erde in sich birgt, es wird ihm offenbar während des Sonnendaseins. Und aus dem, was da seine Welt ist, arbeitet er heraus die Gestaltung seines physischen und moralischen Wesens für das nächste Erdendasein. Da wird nun auch für das Karma gearbeitet. Nachdem wir kennengelernt haben, wie wir zu arbeiten haben in den ersten Jahrzehnten nach dem Tode, wird hier an dem Zustandekommen dieses Karma gearbeitet. Ich möchte sagen: der letzte Schliff kommt erst zustande, wenn wir unser Böses beim zweiten Durchgang durch die Mondensphäre wiederfinden und dann zu dem, was Vorsatz ist, zu dem, was Ausarbeitung ist im Urbilde, auch die Kraft hinzubringen, auf der Erde uns in einem neuen Erdenleben in das Karma hineinzustürzen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Zweiter Vortrag","site_heading":null,"date":"1924-06-01","location":null,"word_count":496,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/240/1924-06-01/p018","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/240/1924-06-01/p018"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/240/1924-06-01/p018","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}