Zweiter Vortrag

GA 240/1924-06-01/p022 ·1924-06-01 · original (original)
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So möchte ich Sie denn heute hinweisen auf eine Menschenindividualität, die mit einem ungeheuer offenen Sinn etwa im zweiten nachchristlichen Jahrhundert in dem heutigen Italien, also dem damaligen Rom inkarniert war, dazumal alles das mitgemacht hat, was an opferwilligem Märtyrertum von denjenigen durchgemacht worden ist, die als Christen sich im Römischen Reiche allmählich durchsetzen wollten, die auch durchgemacht hat die grausamen Ungerechtigkeiten, die Verderbtheiten, die Versumpfungen, an denen das Römische Reich dazumal schon so reich war. Eine Fülle von Gutem und Bösem hatte sich auf die Empfindungen dieser Individualität ergossen. Und wenn man hinschaut mit den Mitteln der Geistesforschung, durch die man so etwas erkennen kann, dann findet man diese Individualität wirklich wie, ich möchte sagen, in Lebensstürmen hineingezogen in dasjenige, was dazumal in der zweiten Hälfte des 2. nachchristlichen Jahrhunderts im Römischen Reiche bei der Ausbreitung des Christentums erlebt wurde. Und gerade bei dieser Individualität liegt etwas außerordentlich Ergreifendes vor, wenn man den geistigen Blick auf sie richtet in der Art, wie ich es das letzte Mal für andere menschliche Individualitäten in ihren wiederholten Erdenleben auseinandergesetzt habe.

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Cite: GA 240/1924-06-01/p022 · edition original