{"corpus":"steiner","locus":"GA 240/1924-06-01/p025","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Also, Schiller arbeitete sich sein Karma ganz besonders in der Sphäre des Saturn aus. Dieses Saturndasein zu schauen, auf diese Weise, wie ich es hier angedeutet habe, das gibt nun allerdings einen, ich möchte sagen, im höchsten Grade bestürzenden Eindruck, weil es so verschieden ist von dem, was man auf der Erde erleben kann. Auf dem Saturn ist in dem Bewußtsein der dortigen Wesenheiten nur Vergangenheit, gar nicht Gegenwart. Aber die Vergangenheit ist in einer großartigen Weise da. Sehen Sie, wenn ich es vergleichen soll mit etwas, was auf der Erde geschehen könnte — es geschieht natürlich nicht, aber hypothetisch geschehen könnte -, so müßte ich sagen: Denken Sie sich einmal, Sie haben keine Ahnung, wie Sie ausschauen, Sie wissen nur, daß Sie sind. Sie handeln, Sie tun: Sie sehen das auch nicht, erst wenn es vergangen ist. Denken Sie sich, Sie gehen: Sie sehen Ihre eigenen Schritte nicht, die Bewegungen nicht; aber gleich hinterher verwandeln sich diese Bewegungen in ein Schneemännchen, und Sie ziehen die ganze Bewegung nach, wenn Sie sich umblicken, und schauen, was Sie getan haben. So ist das Leben dieser besonderen Geister auf dem Saturn. Sie nehmen nie dasjenige wahr, was sie aus dem unmittelbaren Entschluß der Gegenwart tun, sondern sie sehen es erst, wenn es vergangen ist. Es ist für das gewöhnliche Bewußtsein schwer vorzustellen, aber es ist so. In einem solchen Dasein sind auch die Individualitäten, die mit einer solchen Individualität wie der Schillerschen das Karma formen. Solche Individualitäten nehmen dann auf ein wunderbares Hineinschauen in Vergangenheiten. So daß die Schillersche Seele, bevor sie 1759 geboren worden ist, in der Tat in der geistigen Welt mit einem grandiosen Rückblick auf alles Vergangene war, das mit dem eigenen Karma zusammenhängt. Beim Hereingehen auf die Erde verwandelt sich das in die Reaktion: das Schauen des Vergangenen verwandelt sich in das Fassen, in das enthusiastische Fassen von Zukunftsidealen. Und so entstanden die Schillerschen Zukunftsideale aus seiner karmischen Arbeit im Saturndasein.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Zweiter Vortrag","site_heading":null,"date":"1924-06-01","location":null,"word_count":323,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/240/1924-06-01/p025","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/240/1924-06-01/p025"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/240/1924-06-01/p025","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}