Erster Vortrag

GA 240/1924-07-18/p028 ·1924-07-18 · original (original)
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Diese Aristoteliker wurden hauptsächlich die Dominikaner. Und so ging an sie im 13. Jahrhundert die Führung in der geistigen Welt Europas über. Aber es war, ich möchte sagen, noch etwas, das bedeutsam in das europäische Geistesleben eingriff, zurückgeblieben gerade von diesen Geistern: Peter von Compostella, Alanus ab Insulis, Bernardus von Chartres, Johann Salisbury und jenem Dichter, der von den sieben freien Künsten ein bedeutendes Gedicht aus der Schule von Chartres heraus verfaßte. Was in der Schule von Chartres vorging, es war ja so wirksam, daß es zum Beispiel bis an die Universität von Orleans herunterwirkte, wo in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts manches in lehrhafter Weise von dem durchdrang, was in so großen, gewaltigen Bildern wie mit Silberworten von des Bernardus Sylvestris, von des Alanus ab Insulis Munde floß an die Schüler von Chartres. Aber ich möchte sagen, die geistige Atmosphäre war soweit durchdrungen von diesem, daß einmal ein Mensch, der als Italiener von seiner spanischen Gesandtenstellung zurückkam und bei seiner Rückkehr, als er seiner Heimat zueilte, von der Vertreibung der Welfenherrschaft daselbst erfuhr, wozu noch ein leichter Sonnenstich hinzukam, bei Florenz in die Lage kommen konnte, daß sein Ätherleib aussetzte, und auffing, was gewissermaßen aus der Schule von Chartres ätherisch herüberwehte, was davon erhalten geblieben war. Und er bekam durch das, was so zu ihm ätherisch herüberwehte, etwas wie eine Intuition, eine Intuition, wie sie bei vielen in den ersten christlichen Jahrhunderten vorhanden war. Er sah zunächst vor sich ausgebreitet die irdische Welt, wie sie um den Menschen herum ist, aber nicht beherrscht, wie man später sagte, von Naturgesetzen, sondern beherrscht von der großen Gehilfin des göttlichen Demiurgos, von der Natura, welche die Nachfolgerin der Proserpina in den ersten christlichen Jahrhunderten war. Damals gab es nicht abstrakte Naturgesetze; da schauten die Eingeweihten wesenhaft das, was in der Natur wirkte als eine umfassende göttliche Macht. In den griechischen Mysterien wurde die Proserpina, die ihre Zeit teilt zwischen Oberwelt und Unterwelt, dargestellt als die die Natur beherrschende Macht. Ihre Nachfolgerin in den ersten christlichen Jahrhunderten war die Göttin Natura.

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