Erster Vortrag

GA 240/1924-08-12/p032 ·1924-08-12 · original (original)
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Wie soll man zum Beispiel das Folgende verstehen, das durch unsere Zeit erschütternd geht? Auf der einen Seite haben wir seit fast zwei Jahrtausenden dasjenige, was durch das Mysterium von Golgatha begründet worden ist, haben den Christus-Impuls waltend und webend durch die neuere Zivilisation in europäischen, in westlichen Gegenden. Da drinnen haben wir aber in demselben Leben, durch das dieser christliche Impuls herzerwärmend, geist-erleuchtend geht, zugleich ein anderes Element. Wir haben da drinnen alles das, was schon unsere Kinder in der Volksschule aus der modernen Wissenschaft heraus bekommen, was wir einsaugen als moderne Bildung jeden Morgen, wenn wir beim Kaffee die Zeitung lesen. Denn nehmen Sie die heutige Anschauung über den Menschen: Alles, was die Wissenschaft ins öffentliche Leben hineinbringt, was vielfach die Kunst leistet, was andere Zweige des Lebens leisten, nehmen Sie das alles - man kann nicht sagen, daß das durchdrungen ist von dem Christus-Impuls. Es geht neben dem Christus-Impuls her. Ja, viele Leute sind sogar sehr darauf aus, nur ja nicht den Christus-Impuls in die Anatomie, in die Physiologie, in die Biologie, in die Geschichte hineinfließen zu lassen, sondern das alles getrennt zu halten.

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Cite: GA 240/1924-08-12/p032 · edition original