Dritter Vortrag
So finden wir, indem wir diese zwei Strömungen gewissermaßen nebeneinanderstellen, das große Problem, das dazumal gestellt worden ist, ich möchte sagen, durch dasjenige, was historisch vor den Menschen stand: die Nachwirkungen des Artusprinzips und die Nachwirkungen des Gralsprinzips. Das Problem war gestellt: Wie findet nicht nur ein Mensch wie Parzival, sondern wie findet auch Michael selber den Weg von seinen Artusprotektoren, die seine kosmische Herrschaft sichern wollen, zu seinen Gralsprotektoren, die ihm den Weg hinein in die Herzen bahnen wollen, in die Gemüter der Menschen, damit er die Intelligenz dort ergreifen kann? Und es schließt sich uns zusammen, was wie das große Problem unseres Zeitalters vor uns steht: daß durch die Michael-Herrschaft das Christentum in einem tieferen Sinn erfaßt werden soll. Es steht gewaltig vor uns, dieses Problem, hingeschrieben durch die beiden Gegensätze, durch jene Burg, deren Trümmerhaufen in Tintagel zu sehen sind, und in jener Burg, die ja von den Menschen nicht so leicht gesehen wird, weil sie überall umrankt ist von dem Geisterwalde, der sechzig Meilen im Umkreis sich erstreckt. Zwischen diesen beiden Burgen aber steht die mächtige Frage: Wie wird Michael der neue Impulsgeber für die Erfassung der Wahrheit des Christentums?
Cite:
GA 240/1924-08-21/p030 · edition original